Japanische Kunst und Wohnkultur des frühen 20. Jahrhunderts

Japanisches Rauchgefäß
Räuchergefäß – Cloisonné (Emaillearbeit)

Sonntag, 13.4.2014
11.30 Uhr: Eröffnung der Ausstellung
Japanische Kunst und Wohnkultur des frühen Zwanzigsten Jahrhunderts
Aus den Sammlungen Bernhard Donati und Brigitte Sand
Dauer der Ausstellung bis 13.7.2014

 

Bereits zum zweiten Mal zeigt das Museum Rade japanisches Kunsthandwerk aus der Sammlung der Familie Donati, diesmal angereichert durch Exponate von Frau Brigitte Sand. Bernhard Donatis Liebe zur japanischen Kunst wurde durch seine Eltern geweckt, die seit 1923 für einige Jahre in Kamakura in der Nähe von Tokyo gelebt haben. Viele der Kostbarkeiten sind von ihnen nach Hause mitgebracht worden, weiteres wurde durch den Sohn im Laufe vieler Jahre hinzu erworben. Frau Sand war von 1975 bis 1982 im auswärtigen Schuldienst in Tokyo eingesetzt und kaufte damals, was ihr gefiel und was bis heute ihre Wohnung schmückt.

Man erinnert sich: Kunsthandwerk hat in Japan eine große Bedeutung; von der Lackkunst (Inro) im 12. Jahrhundert über Keramik und Porzellan bis zur Metallkunst am Schwert (Tsuba), den Holzschnitten und Elfenbeinschnitzereien (Netzukes und Okimonos) hauptsächlich des 19. Jahrhunderts. Durch die nahezu vollkommene Abschottung des Landes gegen die Außenwelt Mitte des 17. Jahrhunderts versiegte jeglicher Einfluss aus anderen Kulturen für mehr als 200 Jahre. Nur sehr langsam öffnete sich das Land wieder bis zum Jahr 1867, in welchem der letzte Shogun (Regierender Feldherr) gezwungen wurde, die Macht in die Hände des jungen Kaisers Mutsohito zurück zu geben.

Nach der Öffnung des Landes erschloss sich für das Kunsthanwerk Japans eine zusätzliche, bestimmende Richtung: Die Gestaltung interessanter, für den Export geeigneter Kunst- und Gebrauchsgegenstände, wie z.B. Möbel, Schmuck, Teegeschirre und kleine Salzstreuer etwa, aus Sterling-Silber gefertigt.

Die Ausstellung zeigt Exponate aus beiden Perioden. Neben farbigen Holzdrucken und Rollbildern (Kakemono), sind Abzüge von handcolorierten Diapositiven, etwa von 1905, zu sehen, der Zeit also des beginnenden Tourismus aus Europa. Auch kunstvoll gefertigte Möbelstücke beeindrucken, dazu Porzellane aus den Manufakturen Satsuma, Imari und Kutani, sowie Feuerschalen (Hibachi) und silberne Gebrauchsgegenstände. Besonderes Gewicht kommt dabei den Netsukes zu, kleinen geschnitzten Figuren, die als Bremsknopf zur Befestigung eines an zwei Schnüren hängenden Behältnisses am Gürtel (Obi) des taschenlosen Kimonos dienen. In solchen Behältnissen (Inro) werden Siegel, Tabak oder auch Medizin bewahrt. Die Tsubas schließlich sind aus Metall geformte und kunstvoll verzierte Stichblätter des traditionellen Samuraischwerts. All diese Exponate zeugen von der hohen Kunstfertigkeit japanischer Handwerker.